Anquatschversuch in Dreieich

Am Mittwoch, den 04. November 2009, kam es im Dreieicher Stadtteil Dreieichenhain zu einem Anquatschversuch seitens des Verfassungsschutz.

Als die Genossin am 04.11.2009 gegen 11:30 Uhr von der Schule nach Hause kam und gerade dabei war, ihr Auto abzuschließen, wurde sie von zwei unbekannten Personen angesprochen. Der Mann, welcher ca. 35 Jahre alt war, kurze braune Haare hatte und eine Brille trug, und die Frau, welche auf Ende 20 geschätzt wird und ihre braunen Haare zu einem Zopf zusammengebunden hatte, sprachen sie direkt mit ihrem Namen an und fragten: „Sie sind doch XY, nicht wahr?“
Als sie diese Frage bejahte, stellten sich die beiden Personen als Mitarbeiter des Innenministeriums vor und erklärten, dass sie derzeit eine Umfrage über Rechts- und Linksextremismus in der Region durchführten. Die Genossin wurde gefragt, ob sie dazu etwas wisse und ob sie Personen aus diesem Umfeld kenne, da sie, so die Ermittler, schließlich bereits auf Demos gewesen sei. Als die Genossin verwundert nach Informationsquellen fragte, antworteten die beiden Personen: „Naja, Internet und was uns sonst noch so zur Verfügung steht.“
Als die Genossin signalisierte, dass sie mit beiden genannten politischen Bewegungen nichts am Hut habe, gingen die beiden Ermittler verstärkt auf vergangene Demonstrationen ein, an denen sich die Genossin beteiligte oder beteiligt haben soll. So wurde beispielsweise eine Solidaritätsdemonstration im Dezember 2008 in Frankfurt für den ermordeten Alexis in Griechenland genannt, außerdem wussten die beiden Mitarbeiter des Innenministeriums auch über diverse Anti-Nazi-Demonstrationen, an denen sich die Genossin beteiligte, bescheid.
Als die Genossin verunsichert fragte: „Muss ich mich dazu jetzt äußern?“ antwortete der Ermittler: „Nein, müssen nicht, aber es wäre uns wirklich wichtig, mehr darüber zu erfahren.“ Daraufhin erklärte die Genossin, dass sie sich keinesfalls zu dem Thema äußern werde. Die beiden Personen ließen jedoch nicht locker und sprachen andauernd die besagten Demonstrationen an. Dabei fielen auch Fragen wie: „Warum beteiligen Sie sich denn an solchen Demonstrationen?“
Als die Genossin daraufhin erneut erklärte, dass sie sich nicht dazu äußern werde und deutlich machte, dass der Versuch der Ermittler, sie in ein Gespräch zu verwickeln, zwecklos sei, grinsten sich die beiden Ermittler an und ließen sich schließlich, nach längerer Zeit, abschütteln. Die beiden Mitarbeiter des Verfassungsschutz stiegen in ihren PKW und fuhren davon.

Vorfälle dieser Art sind skandalös und müssen als direkter Angriff auf unsere Strukturen begriffen werden. Glücklicherweise verhielt sich die Genossin vorbildlich und verweigerte den Mitarbeitern des Verfassungsschutz jegliche Aussage.

Interessant ist jedoch die Tatsache, dass scheinbar gezielt eine Genossin aus Dreieich-Dreieichenhain angesprochen wurde. Zur Erinnerung: Im Juli diesen Jahres wurde im gleichen Stadtteil das Haus des Offenbacher Landrats, Peter Walter, von Unbekannten mit Farbbomben angegriffen. Hintergrund der Attacke war die Abschiebepolitik des Landrats, welcher die Ermittlungsgruppe „AG Wohlfahrt“ initiiert hatte.

Es bleibt dabei: Keine Aussage bei Polizei, Staatsanwaltschaft oder Verfassungsschutz!

Meldet euch wenn ihr betroffen seid und macht Anquatschversuche öffentlich!