[Frankfurter Neue Presse, 29.10.2009]

Wirbel um die AG Wohlfahrt

Die Gruppe Antifa hat den Kreisausländerbeauftragen in einem offenen Brief aufgefordert, Stellung zur AG Wohlfahrt zu nehmen.

Kreis Offenbach. Corrado Di Benedetto, Vorsitzender des Kreisausländerbeirates, weist Aussagen, die in einem an ihn gerichteten «offenen Brief» der Antifa-Gruppierung Kreis Offenbach enthalten sind, zurück. Die Gruppierung fordert ihn darin auf, Stellung zur «AG Wohlfahrt» zu beziehen und sich im Namen des Kreisausländerbeirates «klar gegen die Ermittlungsgruppe» zu positionieren. Bislang habe Di Benedetto «Ignoranz» zu diesem Thema gezeigt.

Das Schreiben findet sich bislang nur im Internet auf der Antifa-Website und ist – entgegen der Ankündigung der Verfasser – «bei mir weder als Schriftstück noch als E-Mail eingegangen», teilt Di Benedetto auf Nachfrage der FNP mit.

Kenntnis von diesem Schreiben habe er bislang nur auf Umwegen erlangt. «Ich werde vorschlagen, dieses Schreiben auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausländerbeirates am 16. November zu setzen. Dann wird es eine mit allen Beteiligten abgestimmte Stellungnahme geben», kündigt Di Benedetto an.

Er weist darauf hin, dass die «AG Wohlfahrt» dem Kreisausländerbeirat schon von Anfang an «ein Dorn im Auge» gewesen sei. Die Arbeit dieser «bundesweit einzigartigen Einrichtung» sei nicht nur stets kritisch begleitet, sondern auch als «völlig überflüssige Einrichtung» betrachtet worden. Darauf habe er wiederholt – auch öffentlich im Kreistag gegenüber Landrat Peter Walter – hingewiesen. Die «unfassbare» Unterstellung, er sei bezüglich der «AG Wohlfahrt untätig und ignorant» gewesen, weist Di Benedetto «mit Entschiedenheit» zurück. Die Antifa des Kreises trat öffentlich in Erscheinung, als sie Haus und Auto des Landrates mit Farbeuteln bewarf.