[Rhein-Main EXTRA TIPP, 28.11.2010]

Protest: Sie wollen bald ein Haus besetzen

Neu-Isenburg – „Wenn ihr uns kein Haus gebt, nehmen wir uns eins“ teilt die Antifa in einem Schreiben an die Stadt Neu-Isenburg mit. Die sollen Räume schaffen für ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum. Bürgermeister Herbert Hunkel gefällt diese Drohung gar nicht.

„Eine solche Aussage finde ich nicht gut. Sie gehört nicht nach Neu-Isenburg“, entgegnet Hunkel der Forderung. In Neu-Isenburg stünden für alle Menschen die Türen offen, und die Stadt bemühe sich, im Dialog Lösungen zu finden.
Alice Blum, Sprecherin der I-Punkt-Initiative, die hinter der Antifa-Forderung nach selbstverwalteten Räumen steht, steht dem Dialog positiv gegenüber, stellt aber klar: „Unsere Geduld ist nicht unendlich.“ Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, sind am vergangenen Wochenende 40 Jugendliche mit einem Banner durch Neu-Isenburg gelaufen – begleitet von acht Streifenwagen. „Für eine Demo war das viel zu klein“, so Blum.
Wann die Jugendlichen zum letzten Mittel greifen und einfach Räume besetzen, stehe nicht fest, so Blum. Solange die Stadt eine Zwischennutzung des DLB-Geländes prüft, sei die Initiative zuversichtlich, dass es zu einer einvernehmlichen Lösung kommen kann.