Dass der Verein hessischer Unternehmer fast überall seinen Senf dazu geben muss, fällt schnell auf. So ist klar, dass der VhU als selbst ernanntes Sprachrohr der hessischen Wirtschaft auch in der Thematik der Immigration von Menschen seine standortorientierte Position zum Ausdruck bringt. So fordert der VhU beispielsweise eine so genannte „bedarfsorientierte Zuwanderung“. Hierunter lässt sich verstehen, dass vor dem Immigrationsprozess eines Menschen in den Standort Deutschland der eigentliche Grund für die Zuwanderung unwichtig ist. Ob nun religiöse oder politische Verfolgung, Armut, Repression, Lebens- sowie Existenzangst oder nur das Sehnen nach einem partiell besseren Leben spielen hier keine Rolle mehr. Vielmehr meint die Bedarfsorientierung in der Zuwanderung, dass eine von Grund auf rassistische Selektion sowie eine Selektion basierend auf ökonomisch verwertbarer Qualifikationen des Individuums vorgenommen wird. Ausbdildung, Wissensstand und Anpassungsfähigkeit spielen nun die Hauptrolle. ImmigrantInnen werden so in nützliche und unnützliche Menschen selektiert, ganz im Sinne dieses Wirtschaftssystems, seinem selbst ernannten Sprachrohr VhU und dem Staat. Klar, im Kapitalismus ist nur gut und wichtig, was verwertbar ist oder gemacht werden kann. Menschen, die nicht in dieses Schema passen sollen nach Ansicht des VhU durch eine „bedarfsorientierte Zuwanderung“ anscheinend am besten draußen bleiben. Der Verein hessischer Unternehmer führt dabei nicht nur für die Legitimation dieser Forderung immer wieder die gleiche Leier an. Doch wenn es der Marktwirtschaft gut geht, kann es eben nicht allen gut gehen. So muss der Staat, der durch die Weltmarktkonkurrenz primär immer auf einen positiven Verlauf der eigenen Ökonomie auch existenziell angewiesen ist, MigrantInnen zum Beispiel bei ihrer Einreise selektieren und in nützlich bzw. verwertbar und unnütz einteilen. In welchem Extrem sich diese rassistsch-wirtschaftliche Selektion und Reduktion auf die ökonomische Verwertbarkeit des Individuums bewegt, liegt im geringen Handlungsspielraum der Machtausübenden. Jedoch ist festzuhalten, dass zur immer weiteren Optimierung ökonomischer Prozesse, welche kapitalistischen Zwängen immanent sind, dieser Handlungsspielraum immer mehr zu Lasten von Menschen verringert bzw. im Sinne des Kapitals angepasst werden muss. Natürlich immer mit der naiven Maxime, dass wenn es der Wirtschaft gut geht, es irgendwann allen Menschen gut gehe. Genau dieser bereits genannte Trugschluss bürgerlicher Ideologie, welcher die Legitimation der Politik des VhU im Sinne der Wirtschaft bringen soll, ist es, der einem guten und schönen Leben aller im Wege steht. Denn die Forderung nach stärkerer „bedarfsorientierter Zuwanderung“ ist nicht nur rassistisch sondern reduziert Menschen vor allem auf ihre Fähigkeit in privatisierter und spekulativer Produktion Mehrwert anzuhäufen. Dies wäre zwar für die ökonomische Situation des Standorts gut, aber gerade deshalb nicht für den Großteil der Menschen.

Darum: Gegen das nationale Kapital und seine Fans.
Lohnarbeit, Leistungsterror und Standortkonkurrenz abschaffen!

Für den Kommunismus!

antifa [ko]