Selbstverständnis

Dieses Selbstverständnis soll einen kurzen Einblick in unsere politischen Grundzüge ermöglichen und die Themenfelder beleuchten, mit denen wir uns als Gruppe auseinandersetzen. Ein Text in dieser Kürze kann die Thematik selbstverständlich immer nur unvollständig darstellen und daher lediglich dafür geeignet sein, einen kleinen Überblick zu bekommen. Verschiedene Texte über unsere politische Theorie und Praxis findet ihr hier.

Wir, die antifa [ko], haben uns im Frühjahr 2008 gegründet, um linksradikale Politik auch im „ruhigen Hinterland“ agitationsfähig zu machen und entschlossen gegen Naziaktivitäten vorzugehen. Wir sehen uns als antifaschistische, antikapitalistische und antinationale Gruppe, deren Ziele die Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse und der Kampf für eine befreite Gesellschaft sind.

Das Engagement gegen die NPD, „freie Kameradschaften“ und andere Neonazis kann nur effektiv sein, wenn die Umstände, aus denen heraus faschistische Tendenzen entstehen, nicht außer Acht gelassen werden. So stellen die menschenverachtenden Inhalte der Nazis nur die radikalisierte Form der reaktionären Ideologien dar, die durch die Irrationalität der kapitalistischen Gesellschaft selbst produziert werden und bereits in der bürgerlichen Mitte fest verankert sind. Im Klartext bedeutet das, dass der Kampf gegen Faschismus unweigerlich zum Kampf gegen das bestehende Ganze führt. Sich den Neonazis immer und überall entschlossen und mit der nötigen Militanz entgegen zu stellen, ist dringend notwendig. Dennoch sollte sich ein linksradikaler Antifaschismus nicht im bloßen (Re-)Aktionismus verlieren und in erster Linie für eine Gesellschaft kämpfen, in der so eine Scheisse wie Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Homophobie überhaupt keine Rolle mehr spielen.

Der Kapitalismus ist als komplexes gesellschaftliches Verhältnis zu begreifen und sollte daher keinesfalls auf einige ökonomische Akteure personifiziert werden. Das Gerede von den bösen imperialistischen Staaten oder ausbeuterischen Konzernen führt schnell dazu, dass die Realität verzerrt wird. Jeder ökonomische Akteur, ob Staat, Konzern oder Arbeitnehmer_in, ist im kapitalistischen System zur Konkurrenz verdonnert. Dass es bei diesem Hauen und Stechen um den eigenen Vorteil und den persönlichen Anteil des gesellschaftlichen Reichtums nicht human zugehen kann, ist die logische Konsequenz kapitalistischer Verwertung.

Unser Ziel ist und bleibt deshalb die Überwindung von Staat, Nation und Kapital. So entfernt die soziale Revolution auch scheinen mag, es sollte nicht vergessen werden, dass der Kapitalismus durch die Menschen gemacht ist. Deshalb kann er auch von ihnen überwunden und durch eine befreite Gesellschaft ersetzt werden. Einer Gesellschaft, in denen die Bedürfnisse der Menschen die Produktion bestimmen und nicht die Produktion darauf abzielt, neue Bedürfnisse zu wecken. Eine Welt, in der der gesellschaftliche Reichtum allen gehört und in der es Luxus für alle gibt.

Nazis bekämpfen. Deutschland abschaffen. Kapitalismus überwinden.
Für die soziale Revolution!

antifa [ko]
im juni 2009